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Kunst und Brot

Die Dauerausstellung

Im Wesentlichen ist die Dauerausstellung des Museums der Brotkultur von zwei Themenschwerpunkten bestimmt. Der erste Ausstellungsteil zeigt die Technik- und Handwerksgeschichte rund um die Brotherstellung. Im zweiten Teil wird besonderes Gewicht auf die Dokumentation des Mangels an Brot (Hunger) im Laufe der Menschheitsgeschichte und auf die Auseinandersetzung mit der aktuellen Welternährungslage gelegt. Gleichzeitig präsentiert die Ausstellung eine einzigartige Sammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte des Brotes.

Aus Korn wird Brot

Der erste Teil der Dauerausstellung lenkt den Blick zunächst auf die Voraussetzungen der Brotherstellung von der frühzeitlichen Kultivierung verschiedener Getreidearten über die landwirtschaftliche Produktion bis zu den verschiedenen Mahlverfahren. Hier wie auch im Bereich der Teigbereitung und des Backens wird immer wieder deutlich, dass sich diese Herstellungsprozesse über Jahrtausende nur wenig geändert haben. Brot entsteht damals wie heute indem die Zutaten gemischt, der Teig gelockert, geformt und schließlich in einem geschlossenen, erhitzten Raum gebacken werden. Die technischen Innovationen vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts haben zur Vereinfachung und Verbesserung der einzelnen Arbeitsschritte geführt. Während auf dem Land das Brot für den Eigenbedarf meist selbst gebacken wurde, spielte der Verkauf von Brot in den Städten seit jeher eine wichtige Rolle für die Versorgung der Bevölkerung. Entsprechend wichtig war deshalb auch immer eine gewisse Kontrolle und Organisation der Bäcker. Wie andere Handwerker schlossen sie sich im Mittelalter vielerorts zu Zünften zusammen, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluß gewannen, und deren Selbstbewusstsein sich in zahlreichen, oft prächtigen Zunftgegenständen widerspiegelt. Der Rundgang wendet sich schließlich dem Brot als Nahrungsmittel zu; vor allem Informationen zu seiner Qualität und Vielfalt sowie Ernährungshinweise lassen sich hier finden.

Der Mensch und das Brot

Brot hat eine Bedeutung, die weit über seinen Wert als Nahrungsmittel hinausgeht. Im jüdischen und christlichen Glauben ist das Brot ein Symbol für das Leben geworden. Dieses religiöse Verständnis von Brot findet Ausdruck in Gemälden und kultischen Geräten. Bis vor 250 Jahren war der Mangel an Brot gleichbedeutend mit Hunger, da kaum andere Grundnahrungsmittel - wie Kartoffeln, Mais oder Reis - zur Verfügung standen, auf die ausgewichen werden konnte. Die Ausstellung zeigt in verschiedenen Epochen - Altes Ägypten, Antike, Mittelalter und Neuzeit - die Bedeutung von Hunger, dessen Ursachen und den Umgang der Menschen mit dieser Bedrohung auf. Doch der Hunger ist nicht allein ein Phänomen der Vergangenheit, sondern bedroht weiterhin mehr als 800 Millionen Menschen. Deshalb ist ein Teil der Ausstellung auch der gegenwärtigen Welternährungslage gewidmet. Schließlich bietet eine Auswahl aus der Kunstsammlung des Museums dem Besucher einen Einblick in die Geschichte des Brotes als einem selbständigen Gegenstand der Kunst.


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