Veranstaltungsraum


Fr 29.09.2017, 19 Uhr
Reihe: Reformation und Kultur
Luther am Scheideweg oder der Fehler eines Kopisten?

Lutherbildnisse auf dem Prüfstand

Dr. Daniel Hess, Nürnberg

Das Museum der Brotkultur beteiligt sich am diesjährigen Reformationsjubiläum mit einer Vortragsreihe zu den kulturgeschichtlichen Folgen der Reformation.

Den Auftakt macht am Freitag, den 29. September 2017, um 19 Uhr Dr. Daniel Hess vom Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg mit seinem Vortrag „Luther am Scheideweg oder der Fehler eines Kopisten?“, in dem er Lutherbildnisse des 16. bis 21. Jahrhunderts auf den Prüfstand stellt.
Wir feiern dieses Jahr 500 Jahre Reformation, wir feiern Martin Luther, überall blickt er von den Plakaten. Doch wie sah Luther wirklich aus? Was sagen die vielen Bilder über ihn aus, wie sind die Bildnisse des Reformators zu verstehen?

Diesen Fragen geht der Vortrag von Dr. Daniel Hess nach, der sich seit Jahrzehnten mit der Kunst in Spätmittelalter und Reformationszeit beschäftigt. Ausgangspunkt seiner Suche nach dem wahren Lutherbild ist eines der berühmtesten Porträts, das Luther am Aufbruch zur Reformation zeigt: Luther am Übergang vom Mönch zum Reformator, Luther an einem entscheidenden Wendepunkt seines Lebens. Die kunsthistorisch-kunsttechnologische Untersuchung des Bildnisses kommt jedoch zu einem ganz anderen Schluss: Das Bildnis ist erst nach Luthers Tod entstanden, seine Einzigartigkeit beruht auf dem Fehler eines Kopisten...

Der Vortrag gibt einen Einblick in die reiche und faszinierend vielfältige Welt der Lutherbildnisse. Es wird deutlich, wie unterschiedlich Luther zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Kontexten gedeutet, instrumentalisiert und missbraucht worden ist. Der Vortrag versucht, einen neuen Zugang zu den Lutherbildnissen des 16. Jahrhunderts zu finden und das Luther-Image im Spannungsfeld zwischen Personen- und Heiligenkult neu zu verstehen.

Dr. Daniel Hess ist Leiter der Sammlung Malerei bis 1800 und Glasmalerei sowie Stellvertreter des Generaldirektors des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Für ihn sind Museen nicht nur Forschungseinrichtungen sondern auch Bildungsagenturen an der Schnittstelle von Forschung und Öffentlichkeit. Er sucht deshalb neue attraktive Wege, um der Gesellschaft historisches Wissen zu vermitteln und damit zum Erhalt kultureller und intellektueller Vielfalt beizutragen.

Eintritt: 4 €, ermäßigt 3 €

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